
Expert:innengespräch im Deutschen Bundestag zu EPR
Ich war am 19. Januar beim Expert:innengespräch im Deutschen Bundestag zur nationalen Umsetzung der Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien. Gastgeberin war Julia Schneider MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Berichterstatterin für Textilien in der Kreislaufwirtschaft.
Im Panel diskutierten als Sachverständige unter anderem Thomas Ahlmann (FairWertung e.V.), Alexandra Caterbow (Vorstand, HEJSupport), Indra Enterlein (NABU e.V.), David Lommatzsch (Schwarz Gruppe) und Viola Wohlgemuth (Deutsche Umwelthilfe, DUH), moderiert von Miriam Umhauer.
EPR (Extended Producer Responsibility) heißt: Wer Textilien auf den Markt bringt, soll mitverantwortlich dafür sein, was danach passiert. Konkret geht es um verbindliche Strukturen und Finanzierung für Sammlung, Sortierung und Weiterverwertung, aber auch um Anreize, Produkte so zu gestalten, dass sie länger genutzt, repariert und besser recycelt werden können und darüber hinaus neue Geschäftsmodelle für zirkuläre Wirtschaft zu unterstützen.
Im Kern verfolgt EPR das Ziel, Kreislaufwirtschaft nicht nur als Ideal zu formulieren, sondern als System aufzubauen: Materialien sollen möglichst lange im Umlauf bleiben, Abfälle reduziert und Ressourcen geschont werden. Damit verschiebt sich der Fokus von kurzfristigem Absatz hin zu verbindlicher Verantwortung entlang des gesamten Produktlebenszyklus.
Gerade deshalb ist EPR so relevant, weil politische Rahmenbedingungen künftig mitentscheiden, ob abfallvermeidendes, kreislauffähiges Design eine Nische bleibt oder zum Standard wird. Wenn Verantwortung verbindlich geregelt wird, entsteht die Chance auf ein textiles System, das Folgekosten nicht auslagert, sondern Kreislaufwirtschaft strukturell möglich macht.

